Songbook

Die Songs und Videos, wenn möglich, mit Kopfhörern hören. Die Aufnahmequalität ist nämlich nicht sonderlich gut. Aufgenommen mit einem einfachen Mikrofon zu Hause, sind die Tiefen und Nuancen über einfache Abspielgeräte, wie Handy oder Tablet, nicht sonderlich zu hören. Mit Kopfhörern geht es so einigermaßen. Einiges klingt auch schief, hatte dann aber keine Lust, alles noch einmal aufzunehmen. Immer daran denken, es ist nur ein Hobby und nicht professionell. 🙂

Text und Musik sind eigene Kompositionen, auch die Videos. Ich erwähne die Videos deshalb, weil sie ein Gesamtbild erzeugen sollen. Zu erwähnen ist auch, alle dort eingebundenen Fotos sind eigene Fotografien (Urheberrecht YouTube). Trotz einer recht umfangreichen Fotosammlung wurden manche Fotos für die Videoherstellung mehrmals genutzt. Dies wirkt sich aber nicht störend auf die inhaltliche Darstellung eines einzelnen Videos aus, da es ja in sich geschlossen eine Story erzählt.

Die Fotos sind manchmal aufwendig bearbeitet, teilweise wirken sie grafisch. In den Videos kommt es teilweise zu Formatbrüchen / Stilbrüchen (“Dies ist das verlorene Lied” und „Leroy“). Digitales Bildmaterial wurde mit analogen, teilweise 30 Jahre alten Filmsequenzen, (Super 8mm, ORWO) gemischt. Im Video „Als der Regen kam“ wurde mit Infrarottechnik gearbeitet.

Nun aber zu den Liedern selbst:


Bow and Arrow

Bow and Arrow
Text: Olaf Dudek  Musik: Olaf Dudek
(für Steffen)

 

Pfeil und Bogen

 
Und es war eine Zeit – sie war nur für uns
Wir laufen in den Morgengrauen
Große Geheimnisse liegen vor uns
Unser sicheres Haus ist so weit weg
Die fremde Welt wartet mit düsteren Schatten auf uns
Stahlseile sind unsere Sterne – sie weisen uns den Weg
. . .
Kein Vater hält uns auf
Keine Mutter weint uns nach
Wir laufen und laufen
Niemand kennt unseren Weg – niemand  war jemals hier
Nie wieder waren die Wege so lang und gefährlich
Wir schauen nicht mehr zurück – vergessen ist Raum und Zeit
. . .
Der graue Asphalt ist weit weg
Und große Maschinen spucken Feuer
Monster aus Stahl stellen sich uns in den Weg
Doch mit Pfeil und Bogen sind wir stark
Weiße Ritter in der Nacht und wir waren immer die Guten
Lauf Simon! Lauf! Zeige uns den Weg – und die Erdbeeren sind blutig
. . .
Und es war eine Zeit – sie war nur für uns
Wir liefen in den Morgengrauen
Niemand kannte unseren Weg
Niemand  war jemals dort

Da ist der Mann am Feuer und es ist Marlon Brando
Wir haben die großen Geheimnisse schon lange entdeckt
. . .
Ich sage Hey! Alter Mann!
Nun schalte sie wieder ein – die Bandmaschine
Eine Seite ist immer die größere
Doch spule das Band nicht zurück

Lass mich dieses Lied spielen – wir erinnern uns so gerne
Lass mich dieses Lied spielen – es war eine gute Zeit für uns
. . . 
Und es war eine Zeit  … sie war nur für uns



Es ist der Tag an dem ich nach Hause komme

.

Es ist der Tag an dem ich nach Hause komme

Tausend Meilen und ich fühle den Sound

Und die Himmelslinie fesselt meinen Blick

Es ist der Tag an dem ich nach Hause komme

Ich fahre so schnell mit meinem Auto

Vorbei an der Stadt der vielen verlorenen Seelen

Vorbei an den Plätzen der silbernen Männer

Entlang an den gelben Feldern in der Morgensonne

Ich nehme den Weg dort wo die alten Bäume stehen

So still liegt der Hof wie immer schon

Das Dach der Scheune glänzt so orange im Morgentau

Oh lass es noch lange so bleiben

Warmes Licht scheint aus dem Fenster

Ich sehe meine Mutter sie macht Kaffee

Und mein Vater sitzt wie gewohnt

An dem Tisch der Ewigkeit

Und ich stehe hier allein

Ich sehe das Haus mit dem goldenen Fenster

Die Bilder gehören mir doch der Song ist nur für dich

Oh lass es noch lange Zeit so bleiben

Die Alten erzählen ihre Geschichten

Ich schlafe ein im Schoß dieser Geborgenheit

Und die Uhr bleibt stehen an meinem Arm

Es ist der Tag an dem ich nach Hause komme

Und ich stehe hier allein

Im alten Garten der Erinnerungen

Feine silberne Tropfen fallen auf mich herab

Ich fühle dieser Tag ist nur für mich

Es ist der Tag an dem ich nach Hause komme

Und goldenes Licht scheint aus dem Fenster

Oh lass es noch lange Zeit so bleiben

Es ist der Tag an dem ich nach Hause komme

Es ist der Tag an dem ich nach Hause komme

OD 17. 08. 2019


Abschied von New York

Abschied von New York

und manche hören zu

New York, Stadt der vielen Träume … erfüllte, unerfüllte, noch gar nicht geborene. Keine Stadt war jemals so schnell, so laut, so anders. Sprachlos und staunend, ich lasse mich treiben. New York, wer einmal dort war, will wieder hin. Jedenfalls diejenigen, die sich wirklich Zeit genommen haben für diese Stadt. Wagen wir es langsam zu gehen, wagen wir es stehen zu bleiben. Hören wir einfach zu, ein so eigener, pulsierender Rhythmus. Schnell wird man zum Beobachter einer faszinierenden Welt, von der man sich kaum wieder entreißen vermag. New York, wenn Du erwachst in dieser Stadt, zuerst nicht weißt wo du bist … und dann ist es da, dieses starke Gefühl, und es überwältigt dich, noch ehe du deinen Kaffee getrunken hast.

und manche bleiben dort


Amy’s Bread

Amy´s Bread ist eine Bäckerei in New York. Als ich in dieser Bäckerei saß und die Menschen dort beobachtete, kam mir die Idee zu diesem Lied. 

Im Song geht es um einen jungen Mann, der nach New York kommt. Vielleicht ist es ein neuer Anfang. Ein lang ersehnter Traum zwar, dennoch hat er Zweifel. Ist es so richtig? Er sieht die endlosen roten Lichter der vielen Autos. Die hohen Häuser teilen sich die Wolken auf und große Vögel (Flugzeuge) kreuzten den Himmel. Es regnet, frierend und ohne richtiges Ziel steht er auf dem Bahnsteig. Doch die Zeichen der Stadt deuten ihm, es ist richtig so. “Doch du (New York) sagst mir diese Nacht … es ist richtig so, du bist mein New York“. Zufällig findet der Junge die Bäckerei „Amy’s Bread“. Warm und im goldenen Licht. Er geht dort hinein und Amy sagt: „Willkommen, fühle dich wie zu Hause“. Und Amy sagt zu dem Jungen: „Ich fühle, es ist schon richtig so. Es ist dein New York“. Natürlich verlieben sich Amy und der Junge. Irgendwann sitzen beide in New Jersey auf einer Bank, schauen über den großen, dunklen Fluss auf New York. Und Amy sagt in dieser Nacht:

“Ich fühle, es ist richtig so, du bist mein New York”. Und ganz weit hinten, über dem Fluss, in New York, dort liegt die Bäckerei Amy’s Bread … im goldenen Schein.

Es ist nur ein kleines, einfaches Liebeslied. Aber es ist voller Sehnsucht und für all jene geschrieben, die aufbrechen in ein neues Leben, in eine ungewisse Zeit voller Zweifel. Manche haben Glück und finden eine „Amy’s BREAD“ Bakery NY. 

OD Mai 2017

„Amy's BREAD“ Bakery NY

Regen in der Nacht, der Zug fuhr ein
rotes Leuchtband endloser Autos
Tausend mal schon erträumt
Das ist New York - hier bin ich nun

Refrain
Und du (NY) sagtest in dieser Nacht
Ich fühle, es ist schon richtig so
Und du warst nun mein New York

Als die Nacht ging auf dem Gleis
Ich stand dort frierend und allein
Die hohen Häuser zerteilten die Wolken
Große Vögel flogen über den Himmel

Refrain
Und du sagtest in dieser Nacht
Ich fühle, es ist richtig
Und du warst nun mein New York 

Verloren zog ich durch die Stadt
Jeder fuhr an mir vorbei
Aber, in „Amy´s BREAD“ fand ich meinen Platz
Und Amy sagte, fühle dich wie zu Haus

Refrain
Und du sagtest nach dieser Nacht
Ich fühle es ist richtig
Und du warst in meinen Gedanken

Und nun sitzen wir Hand in Hand
In New Jersey auf einer Bank
Lass uns über den Fluss schauen
Und auf „Amy´s BREAD“ dort im goldenen Licht

Refrain
Und du sagst in dieser Nacht
Ich fühle, es ist richtig
Du bist mein New York 
(Du bist in meinen Gedanken)


Leroy

“Und die Zeit vergeht so schnell, noch spielst du, dort bei den Apfelbäumen, unten am Bach. Ach Leroy, könnte ich dich doch beschützen, vor dem Bösen dieser Welt. Lauf Leroy, lauf!“

In Leroy geht es um die Ängste von Eltern um ihre Kinder. Im Song beobachtet ein Vater seinen Sohn beim Spielen. Noch sind es die schönen Kindertage. Apfelbäume, Scheune und Bach … eine unbeschwerte Kindheit. Aber insgeheim weiß es der Vater, bald werden sie kommen und Leroy holen. Er kann ihm bald nicht mehr die Sicherheit geben, und es tut ihm so leid. Besonders in Diktaturen, in Kriegs- und Krisengebieten müssen Mütter und Väter oft machtlos mit ansehen, wie ihre Kinder von den Mächtigen dieser Welt für deren Interessen missbraucht werden. Insofern ist der Song auch ein Anti-Kriegslied.

1.)
Leroy, Leroy ich sehe dich!
Verstecke Dich nicht, Leroy, ich höre dich!
Komm heraus, komm zu mir.
Wir müssen jetzt gehen. Wir gehen nach Hause.

Die schöne Zeit ist bald vorbei, für immer.
Schau doch hinaus, dort kommen sie und holen Dich.
Sie wollen nur dich, sie wollen nicht mich.
Leroy, ach wenn du nur ein Vogel wärst.

Refrain:
Und wenn du gehst,
dann lauf schnell, lauf so schnell! So schnell du kannst.
Und wenn du kannst,
dann schau dich nicht um. Sieh Dich nur nicht um. Niemals!

Halte nicht an – dort bei der Scheune. Halte nicht an – am Bach.
Bitte halte nur nicht an!
Lauf vorbei an den Apfelbäumen,
dort, wo Deine Kindheit war – deine Kindheit war nur für dich.

2.)
Leroy, vergib mir! Es tut mir so leid.
Ich kann dir keine Sicherheit geben.
Wenn ich es doch nur könnte.
Glaub mir, es tut mir so leid.

Leroy, wenn es dunkel ist, dann sitze ich hier.
An deinem Apfelbaum, Leroy, und denke an dich.
Nun ist es vorbei, es ist so still.
Aber sieh den Stern dort oben … du bist nicht allein.

Refrain:
Zieh nicht in diesen Krieg! Kämpfe nicht für den Lord!
Nicht für sie, nicht für mich.
Kämpfe nicht für diesen Gott, kämpfe nicht für den Glauben.
Nicht für sie, nicht für mich.

Halte nicht an – dort bei der Scheune. Halte nicht an – am Bach.
Bitte, halte nur nicht an!
Lauf vorbei an den Apfelbäumen,
dort wo Deine Kindheit war, deine Kindheit war – nur für dich.

3.)
Leroy! … Schau dich nicht um!
Leroy! … Vergib mir! … Es tut mir so leid.

Leroy, ich sehe dich!

Verstecke Dich nicht, Leroy ich höre dich!
Komm heraus, komm zu mir.
Wir müssen jetzt gehen. Wir gehen nach Hause.


Fajã dos Padres

Faja dos Padres ist eher ein mystisches Lied. Eine getragene Melodie, der Text enthält viel Naturumschreibungen. Das Lied beschreibt die Schönheit von Faja dos Padres auf Madeira. Die wundersam magische Aura, die von diesem Ort ausgeht. Wenn der Tag zur Nacht wird und eine Unmenge an Sternen über dem Ozean die Dunkelheit verzaubert. Im Hintergrund die warme, rote Wand der hohen Steilküste, die Palmen und die hängenden Gärten der Padres. Man muss sich allerdings die Mühe machen, dorthin abzusteigen, um die Nacht dort, unter Palmen, zu verbringen. Erleben, wie „Der Tag die Farben für die Nacht einsammelt und die Nacht schließlich langsam die Farben für den neuen Tag mischt.“

Die Lyrik des Faja dos Padres

Ich erinnere mich an diesen schönen ersten Tag
So als wäre es gestern gewesen
Und ich hatte den Wind in der Hand
Könnte es doch jeden Tag so sein

Refrain
Ich bin wie auf einem Regenbogen
Du zeigst mir den Weg
Ich fühle mich so geborgen an deiner Seite
Und der Tag sammelt langsam die Farben ein … für die Nacht

Du bringst mich zu diesem mystischen Ort
Du fährst schnell, denn du kennst diesen Weg
Und auf der rechten Seite ist die Welt zu Ende
Das Licht war so magisch an diesem Ort

Refrain
Du hast mich auf diese Insel gebracht
Ich schaue mich nicht mehr um
Vor uns das Meer und die Sterne
Und der Tag mischt langsam die Farben für die Nacht

Ich denke an Faja dos Padres
Wie in einem Kessel von Sternen
Kein Licht war jemals schöner
Wie in einem Wirbel von Galaxien

Refrain
Hoch oben dort die Sterngucker, staunend
Mit Gläsern versuchen sie, das Glück zu sehen
Doch versteckt unter Palmen liegen wir
Und wir lauschen in den Wind und in die Nacht hinein

Daran erinnere ich mich  -  an diese Zeit
Kein Licht war jemals so schön
Wenn ich an Faja dos Padres denke
Dann werde ich immer an dich denken

Refrain
Ich bin wie auf einem Regenbogen
Du zeigst mir den Weg
Ich fühle mich so geborgen an deiner Seite
Wir sehen, wie die Nacht die Farben für den Tage mischt

Und der gelbe Nachtvogel ruft so wundersam … in die Nacht


Dies ist das verlorene Lied

„Es war die Zeit, als wir begannen, wieder zuzuhören.“

Dieser Song ist, vielleicht nicht sofort erkennbar, ein sehr ernstes, wenn nicht sogar ein düsteres Lied. Es geht um die Lethargie und um die Oberflächlichkeit in der Gesellschaft. Um Achtlosigkeit und um die, nur auf Konsum reduzierten, Verhältnisse in unserer Zeit. Gefühle und Gedanken werden über WhatsApp und Facebook – „so schnell wie das Licht“ – massenhaft verstreut. Hohe Gebäude, hohe Geschwindigkeiten, hochauflösende Fotos … wir sehen nicht wirklich hin. Begehrte Plätze in Restaurants werden bestellt, um Sonnenuntergänge zu bestaunen. Profilbilder ersetzen das fehlende Naturverständnis. Geld wird schnell ausgegeben und scheint oft keine Rolle zu spielen. Versteckt hinter den hohen Häusern (Mauern) unserer Städte bauen wir unser „Glück“ auf Stahl und Beton. Die Jungen werden alt, die Alten nur Staub im Wind – nur wenige werden sich erinnern. 

Im Lied wird aber auch ein Wandel angedeutet, das Ende einer Macht, die alles zu bestimmen scheint. Es geht im Song auch um das Erkennen der Fehler, um die Hilflosigkeit und um den Versuch, auszubrechen. Letztendlich ist es die Liebe – vielleicht der letzten Ausweg? „Sie breiten die Arme aus, ganz wie von selbst – schön wie Flügel.“ Wie ein Zeichen! Womöglich geht es auch um den „einen letzten Schritt“.

„Wenn zwei Menschen mit Ihrer Liebe alles in Frage stellen.“

Die Themen sind nur vage angedeutet, im Wechselspiel von Strophe und Refrain. Das „Verlorene Lied“ ist letztlich eine Metapher für den Werteverlust in unserer Zeit.

„Viel zu spät fanden wir das verlorene Lied und sangen es vor den Toren unserer Stadt … viel zu spät!“

Die mittlere Szene stellt die Liebe dar, festgehalten und eingebettet in das Konglomerat der vielen farbigen Fotos, eingefroren dann auch im exakten Moment. 

Die vielen Bildsequenzen zum Ende hin sollen die Vielfalt der Gefahren aufzeichnen: Waffen, Krieg, Religionen, Wassermangel, Armut, Abriss.

Im krassen Gegensatz dazu die Schlussszene, wieder ein analoger 8mm Film. Sie zeigt das unbekümmerte, kindliche Weglaufen, verwischt und eingefroren für die Zukunft. Ich finde es ist eine, so vermutlich ungewollte, aber fantastische Szene. Weit weg vom Facebook-Hochglanz. 

OD Februar 2018


Als der Regen kam

Dieses Lied wurde für Heike geschrieben. Sie ist im Jahr 2015 im Alter von 52 Jahren an den Folgen eines Hirntumors verstorben. Als wir uns kennenlernten, war ich 20 Jahre alt, mit 21 haben wir geheiratet. Wir kannten uns über 30 Jahre, obwohl schon lange geschieden, waren wir bis zum Ende, bis zu den letzten Stunden im Hospiz, in einer sehr innigen Freundschaft verbunden. Der Song enthält dann auch persönliche Passagen. Teilweise sind es Textfragmente, die nur enge Freunde aus früheren Zeiten verstehen, bis hin zu Erinnerungen aus frühester Jugend. Auch eigene, persönliche Erinnerungen werden skizziert. Songs, wie zum Beispiel die von Neil Young, haben uns von Anfang an geprägt. Nun waren sie auch am Ende noch von Bedeutung für uns. „Kinder fahren am Feld entlang“ beschreibt unsere beiden Jungs Tino und Daniel. Sie fuhren damals mit alten Fahrrädern an einem Sommerfeld entlang. Es sind solche Bilder, die sich für immer im Geiste eingebrannt haben. Aber auch meine Gefühle und Situationen während der Krankheitsphase werden im Lied angedeutet: „Und es war die Zeit, als wir die Worte nicht mehr fanden“. Heike konnte zum Ende ihrer Krankheit nicht mehr sprechen und schreiben, wollte sich aber unbedingt verständlich machen, was nicht mehr gelang. Sie war eine starke Frau, aber in ihren Augen sah ich dann diese Resignation. Es war ihr bewusst, sie hatte den Kampf verloren. Selbst dazu konnte sie sich nicht mehr äußern. „Als der Regen kam“ – Oft lagen wir nur da und lauschten dem Regen. Die Gitarre am Ende verzerrt und zerreißt das Lied absichtlich und symbolisiert so einen Aufschrei der Hilflosigkeit. OD 24.10.2017


Erinnerungen sind wie Herbstblätter,

bunt und leuchtend zeigen sich die, wo das Licht drauf fällt,

im Verborgenen sind jene, auf denen die Zeit ihren Mantel gelegt hat.

Manche erzählen flüsternd ihre Geschichte, wenn der Wind sie umspielt.

und die anderen  … 

Heike D. (Datum unbekannt)

Memories are like autumn leaves,

colorful and bright those, who are bathed in light hidden are those, 

that have been covered by the coat of time.

Some whisper their stories,

while the wind is dancing around them.


Sonnenkind (Lied für P.)

Dieser Song ist einem Freund gewidmet. Viele Jahre schon, versteckt hinter einer zweiten Persönlichkeit, lebt er in seiner eigenen Welt. Schon in seiner Jugend war er (in sich selbst) hin und her gerissen. War aber überzeugt, alles wird sich schon fügen. Dem war nicht so. Heute, vereinsamt und schon lange im Alter angekommen, glaubt er immer noch, es gehe so weiter, er wäre noch immer der „Goldene Reiter“. Schon lange belächelt man ihn, „nachts in der großen Stadt“. Nur noch wenige Dinge bleiben ihm, um in seiner Einsamkeit „mit sich selbst und mit sich“ zu leben. Aber so lange er glaubt, er ist ein Kind der Sonne …

OD Februar 2018



Cassiel

Cassiel (unbedingt Kopfhörer, und ruhig etwas lauter)

Cassiel sollte ursprünglich in Anlehnung an den Film “In weiter Ferne, so nah!” (Wim Wenders) geschrieben werden. Es sollte um die Zwiesprache zwischen Mensch und Cassiel gehen. Dieser Plan wurde verworfen, geblieben sind Cassiel und … vielleicht ein Sehender?

In der Aufnahme selbst kommt es zu einem kleinen Schnitzer. Gesungen wird nämlich “They go up the stars” (Sterne) und nicht wie vorgesehen stairs (Stufen). Aber na ja … passt auch irgendwie. 😉

Die Musik ist hier teilweise bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, verwirrend, fremd, getragen. Das Klopfen auf der Gitarre symbolisiert das “Klopfen am großen alten Tor”. Ursprünglich weit über 10 Minuten lang, wurde der Song gekürzt.

Text:

Schon so lange sitzen wir auf den kalten grauen Stufen

Und da sind die Hoffenden, und da sind die Liebenden - und DIE, die glauben.

Sie steigen die Stufen hoch - gehen vorbei an uns beiden.

Ihre Augen sind auf das alte große Tor gerichtet - aber nicht auf uns

Refrain

Aber Du bist es doch. - Du bist es (Du bist der Eine).

Du bist der Bote - bringst aber nicht die Botschaft

Und wir - wir sehen Dich nicht - In dieser Nacht